Verlage pt. 2

Mittwoch, 25. Juni 2008

Eine der häufigeren Fragen, wenn es um Verlage geht, ist die nach der Eigenständigkeit von Verlagen und Lektoraten innerhalb der Verlagskonzerne. Schickt man eine Einsendung an alle infrage kommenden Verlage innerhalb des Konzerns, oder nur einmal an die Zentrale?

Kurze Antwort: Jeden Verlag anschreiben.

Meiner Erfahrung nach sollte man jeden Verlag einzeln berücksichtigen. Auch wenn die Verlage unter derselben Adresse firmieren, haben sie für üblich getrennte Lektorate.
Aber nicht vergessen, dass der Roman auch zum Verlag passen sollte. Also nicht per Gießkannenprinzip versenden, sondern gezielt. Nichts ist fruchtloser, als sein Werk den falschen Verlagen anzubieten. Das kostet nur Geld, Zeit und Nerven. Es lohnt sich also, das jeweilig passende Lektorat zu recherchieren, und die Einsendung genau dorthin zu senden. Gute Vorarbeit ist ohnehin unerlässlich.

Verlage pt.1

Freitag, 6. Juni 2008

Immer mal wieder fragen angehende Autoren nach Verlagen. Deshalb versuche ich an dieser Stelle, meine Erfahrungen ein wenig zusammengefasst zu präsentieren. Die beziehen sich zum größten Teil auf Phantastik, aber grundlegende Dinge gelten auch für die meisten Bereiche. Im Sachbuchbereich kenne ich mich allerdings nur wenig aus. Es geht hier nur um Verlage im traditionellen Sinn, also solche, die Honorare zahlen. Für BoD, DKZV und dergleichen mehr gelten vollkommen andere Regeln. Auf meiner Webpage habe ich zur Verlagssuche schon ein paar Worte geschrieben. Hier werde ich in einer losen Serie spezifische Fragen beantworten.

Es ist schwierig, Verlage in Gruppen einzuteilen; dennoch wird es immer wieder getan. Großverlage, Publikumsverlage, Kleinverlage und vieles mehr.

Prinzipiell gibt es die großen Publikumsverlage, die ein breites Programm anbieten, und die teilweise in großen Auflagen drucken. Pi mal Daumen geht das im unteren vierstelligen Bereich los, und endet im sechs- oder gar siebenstelligen Bereich. Wobei letzteres nur die absoluten Bestseller erreichen. Bücher aus Publikumsverlagen liegen in jeder Buchhandlung. Viele Publikumsverlage sind Teil großer Verlagsgruppen, wie zum Beispiel Random House (Heyne, blanvalet, Goldmann und viele mehr) oder Bonnier (unter anderem Carlsen, Piper, Thienemann, Ullstein).

Kleinverlage drucken im dreistelligen Bereich, bei erfolgversprechenden Büchern auch im unteren vierstelligen Bereich. Das Hauptproblem der Kleinverlage ist ihre mangelnde Präsenz im stationären Buchhandel. Viele sind auf bestimmte Genres oder Sujets spezialisiert. Nicht selten steht keine Gewinnabsicht, sondern einfach Enthusiasmus dahinter.

Dazwischen gibt es die mittleren Verlage, manchmal auf bestimmte Sparten spezialisiert oder stark regional ausgerichtet. Das Programm ist häufig breiter als bei Kleinverlagen, die Auflagen höher, aber insgesamt niedriger als bei Publikumsverlagen. Auch mittlere Verlage können zu Verlagskonzernen gehören.

Diese Definitionen sind schwammig, die Grenzen fließend. Nicht jedes Buch ist für jeden Verlag geeignet. Man sollte sich über die entsprechenden Verlagsprogramme und Richtlinien für Einsendungen informieren, bevor man sein Werk verschickt. Damit spart man Porto, Zeit und Nerven. Heutzutage lässt sich das bequem im Internet erledigen.

Im nächsten Teil gehe ich näher auf konkrete Fragen zu Verlagen ein.