Cover

Um Cover entbrennen nicht selten farbige Diskussionen. Oft wird man als Autor gefragt, ob man Einfluss auf die Covergestaltung hat. Die kurze, und in den meisten Fällen zutreffende Antwort lautet: nein.

Aber es gibt auch eine lange Version. Gerade in der Fantasy und der SF wurden lange Zeit keine eigenen Cover gefertigt, sondern einfach einschlägige Bilddatenbanken benutzt. Das ist ein wenig wie in der Werbung; auch da wird keineswegs immer ein teures Shooting gemacht, sondern nicht selten ein bereits existierendes Bild von einer darauf spezialisierten Firma eingekauft, beziehungsweise die Nutzungsrechte erworben. Je mehr diese eingeschränkt sind – zum Beispiel räumlich oder zeitlich – desto kostengünstiger wird das Ganze. Wer einmal eine solche Bilddatenbank sehen möchte, kann zum Beispiel bei Getty Images vorbeischauen.

Wer kennt sie also nicht, die absolut nicht zum Inhalt des Buches passenden Cover mit den muskelbepackten, schwertschwingenden, Fellwindeln tragenden Barbaren? Diese Bilder sind tausendfach vorhanden und dabei relativ billig. Für ein Buch, das sich nur einige tausend Mal verkauft, wenn überhaupt, lohnt es sich kaum, ein Cover für einen vierstelligen Betrag erstellen zu lassen. Deshalb hat eigentlich jeder Fantasy- und SF-Leser Cover dieser Art im Regal stehen.

Aber die Zeiten haben sich geändert. Fantasybücher haben heutzutage höhere Auflagen. Immer mehr Cover werden extra für Bücher angefertigt. Nicht jedes davon muss eine Originalzeichnung sein; manche Cover werden auch einfach nur designed oder mit verfremdeten Bildern versehen. Und wenn die Cover direkt für das Buch hergestellt werden, besteht natürlich eine Möglichkeit, dass der Autor darauf Einfluss nehmen kann. Zum Beispiel werden mir zu den Sturmwelten-Roman die Coverentwürfe in verschiedenen Stadien gesandt, die ich dann kommentiere. Meine Anmerkungen fließen in die nächste Version ein. Das ist allerdings eher eine Ausnahme; zumeist werden die Cover ohne Einbeziehung der Autoren gestaltet. Natürlich gibt es auch diejenigen, die sogar ihre eigenen Cover erstellen. Thomas Thiemeyer ist so einer, allerdings ist er auch ein bekannter Graphiker, der bereits vorher Buchcover gemacht hat.

Häufig gibt es abfällige Bemerkungen über Covertrends. Aktuell wird gerne über Waffen gelästert, die viele Fantasyromane zieren. Dazu kann ich nur sagen, dass viele dieser Cover auf einem hohen künstlerischen Niveau sind, extra für die Bücher angefertigt werden und somit häufig Bezug zum Inhalt haben, und noch dazu die Verlage eine gar nicht kleine Stange Geld kosten. Mir ist eine Waffe weitaus lieber, als ein 80er-Jahre-Conan-Verschnitt – obwohl ich den ersten Conan-Film liebe. Aber alles in allem ist natürlich Vielfalt vorzuziehen, und momentan denke ich, dass die Leser sich da jede Menge unterschiedlicher und schöner Cover zur Auswahl haben. Es hat sich im neuen Jahrtausend einiges bei den Covern getan, und ich hoffe, dass diese Entwicklung weiter anhält. Es wird immer Nachzügler und Nachahmer geben, weil Cover nun einmal das erste sind, was man in der Buchhandlung sieht. Aber ich denke, dass insgesamt der richtige Weg eingeschlagen wurde.

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