News von media control

Mittwoch, 1. Juli 2009

Hier gibt es eine Pressemitteilung von media control zum Thema Fantasybuchmarkt. Auch wenn der Fantasybegriff da recht umfassend benutzt wird, sind die Zahlen interessant.

Wer media control nicht kennt: das ist ein Marktforschungsunternehmen, das zum Beispiel Verkaufscharts oder auch die Beobachtung des gesamtes Marktes anbietet. Bücher sind dabei nur ein Unterbereich.

Heidelberger Appell remixed

Mittwoch, 24. Juni 2009

Nach diversen Diskussionen mit Kollegen und Bekannten habe ich mich entschieden, meine Unterschrift unter dem Heidelberger Appell zurückzuziehen. Ich hatte in letzter Zeit ein deutlich ungutes Gefühl, und die Tatsache, dass ich den Bedarf gesehen habe, das Ganze wortreich zu verteidigen, lag wohl darin begründet. Es ist einigermaßen unangenehm, wenn man erkennt, dass man einen Fehler gemacht hat, aber ich hoffe, dass ich diesen korrigieren kann. Mit mir haben auch einige andere ihre Unterschrift zurückgezogen.

Das bedeutet keinesfalls, dass ich Googles Vorgehen jetzt gutheiße. Die Aktion ist immer noch übel.

Einer der Gründe für meinen Entschluss war die Gesellschaft, in die man sich begeben hat. Nicht wenige Äußerungen von Unterzeichnern haben mir ein Kopfschütteln abverlangt, da dort ein reaktionäres, weltfremdes Verständnis des Internets und der technologischen Veränderungen unserer Zeit zutage kamen. Mir ist bewusst, dass man dafür – hoffentlich! – nicht in Sippenhaft genommen wird, aber dennoch hat es meinen Beschluss bestärkt, mich aus dieser Riege wieder auszutragen.

Eine Handvoll Zahlen

Freitag, 15. Mai 2009

Jascha Hoffman hat 2007 für den NYT Book Review einige Zahlen zu Übersetzungen gesammelt. Das Ergebnis gibt es hier als Text und hier als pdf.

Heidelberger Appell

Donnerstag, 14. Mai 2009

Ich habe schon vor einiger Zeit den Heidelberger Appell unterzeichnet. Allerdings schon da erst nach einigen Tagen Bedenkzeit und nicht ohne Zweifel. Letztendlich überwog allerdings der Gedanke, dass eine gesellschaftliche Debatte über Urheberrechte und den Zugang zur Kultur wichtig ist.

Der Eintrag ist ein wenig länger, deshalb gibt es einen Link:


"Heidelberger Appell" vollständig lesen

New York Times Bestseller

Sonntag, 26. April 2009

Mal ein Blick über den großen Teich, genauer gesagt ein Blick auf die sagenumwobene New York Times Best-Seller List. Die Autorin Lynn Viehl hat in einem Blogeintrag Details zu ihrem Buch "Twilight Fall" erklärt, das auf dieser Liste war. Das Ganze ist natürlich auf Englisch, aber ich fasse es mal zusammen.

Das Buch hatte eine Erstauflage von 88.500 Exemplaren, davon wurden 69.000 bei Erscheinen an Buchhändler verschickt. Weitere 4.000 Exemplare wurden zwei bis vier Wochen später verschickt. Von Anfang Juli bis Ende November verkaufte sich das Buch 64.925 mal. Das Buch war im Juli auf Platz 19 der NYT Mass Market Liste, was dem Taschenbuch bei uns entspricht.

Das Garantiehonorar für das Buch betrug $50.000. Theoretisch hätte Lynn Viehl für die verkauften Bücher $40.484 an Tantiemen bekommen, aber der Verlag behält ungefähr ein Drittel der Tantiemen ein, um diese mit etwaigen Remittenden zu verrechnen, so dass nur $27,721.31 gut geschrieben wurden. Das übersteigt natürlich das Garantiehonorar nicht, weshalb kein Geld ausgezahlt wurde. Das Buch kostet übrigens $7.99 und pro verkauftem Buch gab es etwas über 60 Cent für die Autorin; natürlich wird es eine Staffelung gegeben haben, aber man kann sich grob ausrechnen, wieviel Prozent man als Autorin bekommt.

Lynn Viehl sagt noch, dass sie von den $50.000 nach Abzug aller Ausgaben und Steuern etwa $26.000 als Nettoeinkommen hatte, und dass dies eine gute Quote sei: viele Autoren seien froh, wenn sie 10% Profit machen würden.

Es ist klar, dass es nur ein Buch ist, und nur ein winziger Schnappschuss, aber die Zahlen sind natürlich interessant. Auch in den USA verdienen die meisten Bestseller-Autoren keine Millionen.

Amazon.com

Dienstag, 14. April 2009

Dieses Wochenende hat Amazon in den USA einen kapitalen Bock geschossen: sie haben "adult material" aus den Verkaufsrängen entfernt, und damit die Suche nach Artikeln mit vermeintlich erotischem Inhalt deutlich erschwert. Das betraf vor allem schwule und lesbische Literatur, aber nicht nur. Jede Menge Liebesromane der härteren Art wurden ähnlich behandelt, ebenso wie Ratgeber und Sachbücher zu den Themen. Alles in allem war es ein ziemliches Durcheinander, dem auch Titel wie "Lady Chatterly's Lover" zum Opfer fielen ... 80 Jahre nach Erscheinen.

Das führte zu einem Aufschrei im Internet - zu Recht. Laut einem Artikel bei Publishers Weekly sagt Amazon, dass es sich um einen Fehler gehandelt habe. Am Wochenende haben Mitarbeiter von Amazon aber noch anderes behauptet.

Patrick Nielsen Hayden hat eine eigene Theorie, wie das alles passiert ist. Lesenswert sind, wie oft bei Making Light, auch die Kommentare.

Es ist schwer zu sagen, wo die Wahrheit liegt. Akzeptabel ist diese Art der Zensur aber nicht.

EDIT: Auf seattlepi.com gibt es eine Reaktion von Amazon samt Entschuldigung. Dazu noch einige weitere Einblicke und Links zum Thema.

The Fourteenhundred

Donnerstag, 19. Februar 2009

Ist weder eine Gruppe übernatürlich begabter Menschen, noch eine Schar antiker Krieger, sondern die Zahl der bislang beim "Schreiben Sie einen Magischen Bestseller"-Wettbewerb eingegangenen Einsendungen. Wie es der Zufall will, war ich gestern mit meinen Agentinnen in München, um mit den Lektoren von Heyne über anstehende Projekte zu reden, und durfte die Manuskriptstapel in den Büros bestaunen. Das ist eine ganze Menge Papier.

Die Einsendungen sind wohl soweit begutachtet und die infrage kommenden Werke werden an die Jury weitergereicht. Interessanter für die Aspiranten ist aber vielleicht die Aussage meiner Lektorin und ihres Kollegen, dass es einen guten Anteil sehr interessanter Manuskripte gab, und dass mancher Autor und manche Autorin sozusagen ihre Visitenkarte im Verlag gelassen haben, selbst falls es im Wettbewerb nicht klappen sollte.

Verlage pt. 2

Mittwoch, 25. Juni 2008

Eine der häufigeren Fragen, wenn es um Verlage geht, ist die nach der Eigenständigkeit von Verlagen und Lektoraten innerhalb der Verlagskonzerne. Schickt man eine Einsendung an alle infrage kommenden Verlage innerhalb des Konzerns, oder nur einmal an die Zentrale?

Kurze Antwort: Jeden Verlag anschreiben.

Meiner Erfahrung nach sollte man jeden Verlag einzeln berücksichtigen. Auch wenn die Verlage unter derselben Adresse firmieren, haben sie für üblich getrennte Lektorate.
Aber nicht vergessen, dass der Roman auch zum Verlag passen sollte. Also nicht per Gießkannenprinzip versenden, sondern gezielt. Nichts ist fruchtloser, als sein Werk den falschen Verlagen anzubieten. Das kostet nur Geld, Zeit und Nerven. Es lohnt sich also, das jeweilig passende Lektorat zu recherchieren, und die Einsendung genau dorthin zu senden. Gute Vorarbeit ist ohnehin unerlässlich.

Verlage pt.1

Freitag, 6. Juni 2008

Immer mal wieder fragen angehende Autoren nach Verlagen. Deshalb versuche ich an dieser Stelle, meine Erfahrungen ein wenig zusammengefasst zu präsentieren. Die beziehen sich zum größten Teil auf Phantastik, aber grundlegende Dinge gelten auch für die meisten Bereiche. Im Sachbuchbereich kenne ich mich allerdings nur wenig aus. Es geht hier nur um Verlage im traditionellen Sinn, also solche, die Honorare zahlen. Für BoD, DKZV und dergleichen mehr gelten vollkommen andere Regeln. Auf meiner Webpage habe ich zur Verlagssuche schon ein paar Worte geschrieben. Hier werde ich in einer losen Serie spezifische Fragen beantworten.

Es ist schwierig, Verlage in Gruppen einzuteilen; dennoch wird es immer wieder getan. Großverlage, Publikumsverlage, Kleinverlage und vieles mehr.

Prinzipiell gibt es die großen Publikumsverlage, die ein breites Programm anbieten, und die teilweise in großen Auflagen drucken. Pi mal Daumen geht das im unteren vierstelligen Bereich los, und endet im sechs- oder gar siebenstelligen Bereich. Wobei letzteres nur die absoluten Bestseller erreichen. Bücher aus Publikumsverlagen liegen in jeder Buchhandlung. Viele Publikumsverlage sind Teil großer Verlagsgruppen, wie zum Beispiel Random House (Heyne, blanvalet, Goldmann und viele mehr) oder Bonnier (unter anderem Carlsen, Piper, Thienemann, Ullstein).

Kleinverlage drucken im dreistelligen Bereich, bei erfolgversprechenden Büchern auch im unteren vierstelligen Bereich. Das Hauptproblem der Kleinverlage ist ihre mangelnde Präsenz im stationären Buchhandel. Viele sind auf bestimmte Genres oder Sujets spezialisiert. Nicht selten steht keine Gewinnabsicht, sondern einfach Enthusiasmus dahinter.

Dazwischen gibt es die mittleren Verlage, manchmal auf bestimmte Sparten spezialisiert oder stark regional ausgerichtet. Das Programm ist häufig breiter als bei Kleinverlagen, die Auflagen höher, aber insgesamt niedriger als bei Publikumsverlagen. Auch mittlere Verlage können zu Verlagskonzernen gehören.

Diese Definitionen sind schwammig, die Grenzen fließend. Nicht jedes Buch ist für jeden Verlag geeignet. Man sollte sich über die entsprechenden Verlagsprogramme und Richtlinien für Einsendungen informieren, bevor man sein Werk verschickt. Damit spart man Porto, Zeit und Nerven. Heutzutage lässt sich das bequem im Internet erledigen.

Im nächsten Teil gehe ich näher auf konkrete Fragen zu Verlagen ein.

Aktionsbündnis für faire Verlage

Mittwoch, 23. April 2008



Zum Welttag des Buches haben sich 22 Autorenverbände aus Deutschland, Österreich und der Schweiz zu einer gemeinsamen Initiative für mehr Fairness im Verlagsbetrieb zusammengeschlossen. Zu finden ist das ganze hier. Die Pressemitteilung gibt es als .pdf hier.

Weitere Informationen auch in diesem Thread auf dem Autorenforum Montségur.

Die Liste der Unterzeichner und Unterstützer liest sich jedenfalls beeindruckend:

Unterzeichner am 23. April 2008

42erAutoren e.V.
AdS Autorinnen und Autoren der Schweiz
Autorenforum Spruchreif
Autorinnenvereinigung e.V.
Bundesverband junger Autoren und Autorinnen e.V. (BVjA)
Deutsch-Schweizer PEN-Zentrum
Fördererkreis deutscher Schriftsteller in Niedersachsen und Bremen e.V.
Förderkreis Deutscher Schriftsteller in Baden-Württemberg e.V.
Freier Deutscher Autorenverband – Landesverband Baden-Württemberg
IG Autoren Autorinnen (IGAA)
Das Literatur-Café
Die Kogge – Europäische Autorenvereinigung Minden e.V.
LesArt e.V.
Lese-Zeichen e.V. - Förderverein des Verbandes Deutscher Schriftsteller, Landesverband Thüringen
Montségur Autorenforum
Mundartgesellschaft Württemberg
Quo Vadis – Arbeitskreis Historischer Roman
Salzburger Autorengruppe
Syndikat – Autorengruppe deutschsprachige Kriminalliteratur
Übersetzergemeinschaft – Austrian Association of Literary and Scientific Translators
Verband deutscher Schriftsteller (VS) in ver.di
Werkkreis Literatur der Arbeitswelt e.V.


Wir schließen uns diesen Unterzeichnern an

Bremer Literaturkontor
Bundesverband der Friedrich-Bödecker-Kreise e.V.
Fehrs-Gilde
Gesellschaft für niederdeutsche Sprachpflege, Literatur und Sprachpolitik e.V.
Gesellschaft für Literatur in Nordrhein-Westfalen e.V.
Frank Wedekind-Gesellschaft e.V.
Hessisches Literaturforum im Mousonturm e.V.
Johannes-Bobrowski-Gesellschaft e.V.
jugendstil – Kinder- und Jugendliteraturzentrum NRW -Träger: Landesarbeitsgemeinschaft Jugend und Literatur NRW e.V.
Literarische Gesellschaft e. V.
Literaturbüro Freiburg – Literatur Forum Südwest e.V.
Literaturhaus Berlin
Literaturhaus Salzburg
Literaturhaus Wien - Dokumentationsstelle für neuere österreichische Literatur
Literaturwerkstatt Berlin
Westfälisches Literaturbüro in Unna e.V.

Gärtnerarbeit am Baum der Fantasy

Mittwoch, 9. April 2008

Nachdem ich die Artikel ein wenig habe sacken lassen, möchte ich nun einige Gedanken ausformulieren. Kai Meyers Worte erschienen mir zunächst recht eingängig, aber dann fiel mir auf, dass er etwas vergessen hat. Lustigerweise sich selbst.

Aber auch Markolf Hoffmann, Christoph Marzi, Tobias O. Meißner, Heide Solveig Göttner, Tom Finn, James A. Sullivan, Richard Schwartz/Carl A. DeWitt, Michael Peinkofer, Boris Koch, Daniela Knor, André Wiesler, Stephan R. Bellem, Monika Felten, Brigitte Melzer, Nina Blazon, Uschi Zietsch, Susanne Gerdom, Karl-Heinz Wiitzko, Alfred Bekker, Ju Honisch, Philipp Bobrowski, Falko Löffler, Sabine Wassermann und Oliver Plaschka. Und das sind nur Namen, die mir spontan einfallen, und die zum größten Teil bei größeren Verlagen veröffentlichen. Wenn man kurz recherchiert, wird man noch viel mehr Autoren und Autorinnen finden. Das Spektrum der Bücher reicht von Mainstream bis hin zu unkonventionellen Geschichten. Und dabei sind Wolfgang Hohlbein, Kai Meyer, Cornelia Funke, Markus Heitz, Bernhard Hennen, Ralf Isau und andere Größen gar nicht erwähnt; ebenso wenig die Autoren, die sich in der Kurzgeschichten-Szene tummeln und diese aufmischen. Oder der Bereich Jugendbuch, ganz modern auch Young Adult genannt, mit dem ich nur wenig Berührungspunkte habe.

Es ist noch nicht so lange her, da haben deutsche Verlage neuen deutschen Fantasyautoren dazu geraten, sich englische Pseudonyme zu zulegen, weil kaum jemand Fantasy aus Deutschland gekauft hat. Das vergessen die Fans vielleicht ganz gerne, weil es heutzutage anders ist. In den wenigen Jahren hat sich einiges verändert; vielleicht sind sogar längerfristige Veränderungen darunter. Aber dass sich nicht in fünf, sechs Jahren eine großartige Tradition herausbilden kann, sollte klar sein.

Bis in dieses Jahrtausend wurde Fantasy in Deutschland von wenigen Akteuren bestimmt, dazu gab es vielleicht noch die erfolgreichen Rollenspielserien. Es wurden Versuche gestartet, auch deutsche Fantasy zu etablieren. Leider wurden diese nur selten angenommen. Geändert hat sich das im großen Stil erst vor fünf, sechs Jahren. Die oben genannten Autoren bieten aktuell eine Fülle, die es noch nicht lange gibt.

Außerdem ist es reichlich unwahrscheinlich, dass die nächste Generation Fantasyleser und –schreiber sich nur an deutschen Büchern orientiert. Sie wächst gerade in einer Zeit heran, in der es mehr Fantasy gibt, als jemals zu vor. Von den Klassikern bis hin zu aktuellen Büchern. Fantasy aus ganz verschiedenen Ländern, aus unterschiedlichen Erzähltraditionen. Der Jugendbuchbereich allein ist voller Fantasy und Phantastik. Das aktuelle Angebot an Übersetzungen ist gewaltig, und die Fantasy wächst weiter stark.

Aber natürlich hat Kai Meyer recht, wenn er sagt, dass die deutsche Fantasy eigene Traditionen herausbilden soll und muss. Aber das, was ich jetzt mal als „neuere deutsche Fantasy“ bezeichne, ist eben genau dieses: sehr neu. Man sollte nicht vergessen, dass „Die Zwerge“ erst fünf Jahre alt ist.

Mein Fazit ist, dass ich Kai Meyers Gedanken gut nachvollziehen kann, aber relativ sicher bin, dass die geforderten Abfahrten der Autobahn entstehen werden.

Postskriptum: Man verzeihe mir, dass ich die Autoren nicht alle verklinkt habe. Das ist sehr mühsame Arbeit. Ich kann nur empfehlen, einfach mal im Netz nach ihnen zu stöbern. Hinweise auf weitere Autoren sehr gerne in den Kommentaren. Je größer die Sammlung, desto besser.

Verlinkungen pt.1

Dienstag, 18. März 2008

Zu jeder Buchmesse erinnern sich die Medien plötzlich wieder an ihr Geschwister Buch; in Zeitungen häufen sich Artikel zum Thema Buch und Buchmarkt, und selbst das sonst eher ferne Fernsehen zeigt Berichte.

Zwei Artikel sind mir in den letzten Tagen aufgefallen. Zum einen in der Zeit: "Buchmesse: "Das Buch ist wieder Leitmedium". Offenbar geht es der Branche derzeit wieder recht gut. Interessant darin besonders für Fantasyleser ist der Absatz "Alle wollen Fantasy".

Der andere Artikel heißt "Wovon lebst du eigentlich?" und ist in der Frankfurter Rundschau erschienen. Er illustriert einige Punkte, die ich schon in dem Eintrag hier angesprochen hatte.

Als kleinen Nachtrag noch diesen Link. Er gibt Hinweise, wie man dubiose Literaturagenturen erkennt.

Cover

Mittwoch, 12. März 2008

Um Cover entbrennen nicht selten farbige Diskussionen. Oft wird man als Autor gefragt, ob man Einfluss auf die Covergestaltung hat. Die kurze, und in den meisten Fällen zutreffende Antwort lautet: nein.

Aber es gibt auch eine lange Version. Gerade in der Fantasy und der SF wurden lange Zeit keine eigenen Cover gefertigt, sondern einfach einschlägige Bilddatenbanken benutzt. Das ist ein wenig wie in der Werbung; auch da wird keineswegs immer ein teures Shooting gemacht, sondern nicht selten ein bereits existierendes Bild von einer darauf spezialisierten Firma eingekauft, beziehungsweise die Nutzungsrechte erworben. Je mehr diese eingeschränkt sind – zum Beispiel räumlich oder zeitlich – desto kostengünstiger wird das Ganze. Wer einmal eine solche Bilddatenbank sehen möchte, kann zum Beispiel bei Getty Images vorbeischauen.

Wer kennt sie also nicht, die absolut nicht zum Inhalt des Buches passenden Cover mit den muskelbepackten, schwertschwingenden, Fellwindeln tragenden Barbaren? Diese Bilder sind tausendfach vorhanden und dabei relativ billig. Für ein Buch, das sich nur einige tausend Mal verkauft, wenn überhaupt, lohnt es sich kaum, ein Cover für einen vierstelligen Betrag erstellen zu lassen. Deshalb hat eigentlich jeder Fantasy- und SF-Leser Cover dieser Art im Regal stehen.

Aber die Zeiten haben sich geändert. Fantasybücher haben heutzutage höhere Auflagen. Immer mehr Cover werden extra für Bücher angefertigt. Nicht jedes davon muss eine Originalzeichnung sein; manche Cover werden auch einfach nur designed oder mit verfremdeten Bildern versehen. Und wenn die Cover direkt für das Buch hergestellt werden, besteht natürlich eine Möglichkeit, dass der Autor darauf Einfluss nehmen kann. Zum Beispiel werden mir zu den Sturmwelten-Roman die Coverentwürfe in verschiedenen Stadien gesandt, die ich dann kommentiere. Meine Anmerkungen fließen in die nächste Version ein. Das ist allerdings eher eine Ausnahme; zumeist werden die Cover ohne Einbeziehung der Autoren gestaltet. Natürlich gibt es auch diejenigen, die sogar ihre eigenen Cover erstellen. Thomas Thiemeyer ist so einer, allerdings ist er auch ein bekannter Graphiker, der bereits vorher Buchcover gemacht hat.

Häufig gibt es abfällige Bemerkungen über Covertrends. Aktuell wird gerne über Waffen gelästert, die viele Fantasyromane zieren. Dazu kann ich nur sagen, dass viele dieser Cover auf einem hohen künstlerischen Niveau sind, extra für die Bücher angefertigt werden und somit häufig Bezug zum Inhalt haben, und noch dazu die Verlage eine gar nicht kleine Stange Geld kosten. Mir ist eine Waffe weitaus lieber, als ein 80er-Jahre-Conan-Verschnitt – obwohl ich den ersten Conan-Film liebe. Aber alles in allem ist natürlich Vielfalt vorzuziehen, und momentan denke ich, dass die Leser sich da jede Menge unterschiedlicher und schöner Cover zur Auswahl haben. Es hat sich im neuen Jahrtausend einiges bei den Covern getan, und ich hoffe, dass diese Entwicklung weiter anhält. Es wird immer Nachzügler und Nachahmer geben, weil Cover nun einmal das erste sind, was man in der Buchhandlung sieht. Aber ich denke, dass insgesamt der richtige Weg eingeschlagen wurde.

Standardabsage

Dienstag, 23. Oktober 2007

Absagen gehören zum Leben einer Autorin einfach dazu. Nur sehr selten führt ein Weg daran vorbei. Für die Autorin ist sicherlich ärgerlich, dass der Großteil der Absagen aus vorformulierten Standards besteht, die wenig aussagekräftig sind. Immer wieder kommt die Frage auf, was die Absage zu bedeuten habe, und ob man zwischen den Zeilen etwas lesen könne.

Die kurze Antwort ist: nein. Die Absage sagt nur eines aus, nämlich dass der Verlag oder die Agentur kein Interesse hat. Und in den meisten Fällen wird niemand die Absage begründen wollen, weil das manchmal zu Diskussionen führen mag, die unerquicklich und sinnlos sind, aber die Zeit von Agenten und Lektoren kosten. Ich habe mal mit einer Lektorin gesprochen, dir mir erzählt hat, dass sie zu Beginn ihrer Karriere manchmal Absagen begründet hat. Aber anscheinend waren die Reaktionen teilweise so unangenehm, dass sie inzwischen komplett darauf verzichtet.

Für die Autorin ist der beste Rat, dass man die Standardabsage einfach als das nehmen sollte, was sie ist, und nicht als ein Rätsel, das gelöst werden kann. Das ist unangenehm, aber unabänderlich.

Creative-Commons-Lizenz

Samstag, 6. Oktober 2007

Cory Doctorow schreibt SF. Wie er hier im Locus Magazine erklärt, veröffentlicht er seine Bücher neben der traditionellen Printversion auch kostenfrei unter einer CC-Lizenz (unter eine Version der CC-Lizenzen fallen übrigens auch die Einträge in diesem Journal - siehe rechts unten) in digitaler Form, sprich als Ebook. In seinem Artikel erklärt er ausführlich das Warum und das Wie, und liefert einige interessante Argumente dafür. So weit, so gut. Jetzt veröffentlicht Heyne Cory Doctorows Roman "Down and Out" unter dem Titel "Backup" in Deutschland. Und zusätzlich gibt es auch die deutsche Ebook-Version kostenfrei unter einer CC-Lizenz, wie der Autor hier vermeldet.

Klingt nach Science Fiction.

Eine absolut spannende Sache. Wie ich schon einmal erwähnte, bin ich bei Ebooks bislang skeptisch. Mir selbst bringen sie wenig. Aber in dieser Form finde ich sie weitaus besser. Ich bin sehr gespannt, ob und wie sich das entwickelt.